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Wer unsere Gesellschaft trägt, verdient mehr!

von der AG Politik und Mittel der Bundessprecher*innen des Internationalen Bundes e.V.

Immer wieder müssen Freiwillige selbst auf ihre Probleme aufmerksam machen. Im Positionspapier „Vision 2030“ fordern 1.300 Engagierte erneut, was längst selbstverständlich sein sollte: faire Bezahlung, kostenlose Mobilität und echte gesellschaftliche Anerkennung.

Bessere Rahmenbedingungen für Freiwillige? Darüber wird seit Jahren diskutiert. Konkrete Verbesserungen müssen die Betroffenen jedoch immer wieder selbst anstoßen und einfordern. Faire Vergütung, bezahlbare Mobilität und verlässliche politische Unterstützung bleiben vielerorts unerfüllt. Dabei sind die Herausforderungen längst bekannt und die Lösungen liegen auf dem Tisch. Wer Freiwilligendienste als unverzichtbar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt bezeichnet, muss ihnen endlich die politische Aufmerksamkeit und gesellschaftliche Anerkennung zukommen lassen, die sie verdienen.

Das wird in den  aktuellen Debatten um den Wehrdienst, die Vergütung von Freiwilligen und einen neuen  Zivildienst oder soziale Pflichtjahre deutlich. In einem neuen Positionspapier  formulieren aktive Freiwillige deshalb klare Forderungen an Politik und Öffentlichkeit.  Erarbeitet wurde das Papier von der diesjährigen AG Politik und Mittel der Bundessprecher*innen des Internationalen Bundes e.V. Das erste Anliegen der AG ist  ein staatlich finanziertes Freiwilligengeld auf BAföG-Niveau. In einer Umfrage der AG, an  welcher 1.300 Freiwillige teilnahmen, wurde die Vergütung der Freiwilligen festgestellt.  Diese beläuft sich im Median auf 420€ und im Durchschnitt 431,43€ pro Monat. Ausgehend von dieser Umfrage, fordern die Bundessprecher*innen des IB: Einen  Mindestaschengeldsatz in Höhe von 550€, eine Erhöhung des Taschengeldes für alle,  keine Kürzungen des bestehenden Taschengeldes, eine Befreiung vom Rundfunkbeitrag und die Befreiung von der Zweitwohnsitzsteuer. Die AG steht vollkommen hinter den  Forderungen des Projektes Vision 2030: Freiwilligendienste Fördern und Stärken. Dazu  gehört: Der Ausbau der Freiwilligendienststellen, um allen Bewerbern die Möglichkeit  auf einen Freiwilligendienst zu ermöglichen, eine angemessene Förderung von  Freiwilligendiensten und die Inklusion unterrepräsentierter Gruppen. Als drittes Anliegen  fordern die Bundessprecher*innen die Garantie auf Öffentlichkeitsarbeit. Für die  Öffentlichkeitsarbeit benötigt es finanzielle Mittel, um Freiwillige anzuwerben,  Freiwillige zu betreuen und eine Betreuung zu garantieren sowie einen Tag um Freiwillige  zu ehren. Außerdem wird politische und gesellschaftliche Anerkennung und  Wertschätzung gefordert. Dies würde eine Stärkung des Freiwilligenausweises und die  Möglichkeit, für Freiwillige berufsspezifische Seminare und für Betreuer in den  Arbeitsstellen Betreuer, Seminare zu besuchen. Ebenfalls ist ein zentrales Thema die  freie Fahrt für Freiwillige. In Anbetracht der steigenden Mobilitätskosten, dem Ziel von  Deutschland, Klimaneutral zu werden und der geringen Vergütung von Freiwilligen,  fordern wir ein kostenloses oder stark subventioniertes Deutschlandticket für  Freiwilligendienstleistende. Derweil zahlt der durchschnittliche 

Freiwilligendienstleistende rund 12% des Taschengeldes für das Deutschlandticket. Der  Durchschnitt in der Gesellschaft liegt jedoch bei nur 2,5%, weshalb eine Anpassung aus  Gerechtigkeit heraus notwendig ist. Außerdem fordern die Bundessprecher*innen die  Möglichkeit einen Freiwilligendienst anstatt der Wehrpflicht zu ermöglichen. Der  Freiwilligendienst sollte nicht durch den Wehrdienst ersetzt werden, sondern parallel  dazu existieren. Freiwilligendienstleistende spielen in unserer Gesellschaft eine große  Rolle. Wichtige Aufgaben werden von ihnen übernommen. Die Vergütung in Form des  Taschengeldes reicht nicht um die Lebenshaltungskosten stemmen zu können. Deshalb  fordern wir unsere oben genannten Punkte. Wir erklären uns bereit, jeden politischen  Diskurs einzugehen und erwarten konkrete politische Vorschläge und Schritte.

Quelle: Shutterstock
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